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Assassins Creed 3 PC-Review

 

Naja ich bin es ja schon gewohnt als PC Spieler. Für die Konsolen erschien Assassin´s Creed 3 bereits drei Wochen vor PC-Release. Warum braucht Ubisoft so lange für eine PC-Version? Ist wirklich so viel besser am PC, als auf der Konsole? Nun, lassen wir uns Überraschen!

Die Story

Vorweg sei gesagt: ich werde nicht allzu tief in die Story eingehen, denn diese macht ein sehr großen Teil des Spiels aus und ich möchte nicht spoilern.

CoverHeutzutage kennt man ja schon einiges von den Spielen bevor sie released werden. Dafür gibt’s es das Internet, Google und Youtube. Daher habe ich mich schon sehr gewundert als ich zu Beginn des Spiels (und das für eine längere Zeit) nicht in die Haut von dem neuen Helden Connor geschlüpft bin, sondern in die eines gewissen Haytham Kenay. Er seinerseits Engländer, der durch unsere Hilfe als Spieler bereits am Anfang des Spiels durch „Umstände“ in den Besitz eines Amuletts gelangt. Dieses Amulett hat natürlich irgendwie mit Templern und Assassinen zu tun und bringt uns nach Amerika im Jahr 1754.

Dort angekommen gibt es viele Missionen, einige Liebschaften und ein gewisses WOW-Effekt in der Story, bis wir irgendwann dann doch noch Connor als Assassinen steuern dürfen! Ganz ehrlich? Ich habe alle Teile der AC Reihe gespielt aber keiner hat mich von der Story, von den Charakteren so sehr beeindruckt wie AC3. Wir kennen Beweggründe, spüren selbst den Hass gegen die Templer als würde es uns ernsthaft was angehen. Die Story zieht sich im 2ten Drittel ein wenig hin aber dafür ist Sie zum Ende hin wieder extrem spannend.

Ein Wehmutstropfen bleibt leider dennoch in der Story:  Ubisoft schafft es auch diesmal nicht, die Geschichte rund um Desmond Miles, den Nachfahren von Altaïr, Ezio und Connor, vernünftig weiter zu erzählen. Gut, er tritt in Assassin’s Creed 3 häufiger auf als in den anderen Teilen – wir klettern und kämpfen uns mit ihm sogar durch unterschiedliche Abschnitte. Wie seine Geschichte aber zu Ende gebracht wird, das hat mich leider ein wenig enttäuscht.

Dafür ist die Geschichte mit Connor aber ein Leckerbissen: mitten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg spielen wir einen nicht ganz unwichtigen Teil in der amerikanischen Geschichte!

Gameplay

Es ist ein Assassins Creed wie wir es kennen und lieben: mit Connor klettern wir über Hausdächer, belauschen Soldaten und Bürger und führen Attentate aus. Doch Ubisoft hat das bewährte wie abermals sehr motivierende Spielprinzip mit vielen frischen Ideen gewürzt. Bei der Rückeroberung feindlicher Forts etwa müssen wir nicht wie bisher nur den Kommandeur zur Strecke bringen, sondern auch das Munitionslager sprengen und die Fahne einholen. Verschiedene Minispiele und Sammelquest halten uns auf lange Sicht auf Trag, ohne eine einzige Hauptmission zu machen!

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Ein paar Beispiele? Klaro! Zu den aus Assassin’s Creed: Revelations bekannten Eskorte- und Befreiungsquests gesellen sich zahlreiche Nebenmissionen, in denen wir versteckte Lager ausfindig machen, bestimmte Personen verprügeln oder uns an launigen Brettspielen versuchen. Und Heuhaufen, in denen sich Connor verstecken kann, gibt’s nun auch mobil in Form von Kutschen. Allerdings kommt es vor, dass patrouillierende Rotröcke die Ladung untersuchen und uns so aufstöbern.

Das mögen Kleinigkeiten sein, doch sie machen die ohnehin bereits enorm stimmige Welt von Assassin’s Creed 3 noch ein gutes Stück runder.

Können Sie mir bitte sagen wo es lang geht?

Die Spielwelt an sich ist einfach riesig! Neben den akkurat nachgebauten Städten Boston und New York, reiten, hangeln! (ja an Bäumen, hab mich gefühlt wie Tarzan nur irgendwie cooler), rennen und schleichen wir durch das Umland, einen riesigen und größtenteils bewaldeten Areal.

Aber leider: umso größer die Spielwelt, umso größer die Laufwege… Und hier ist eins der Schwachpunkte von Assassins Creed 3 leider. Trotz der erkundbaren Schnellreiserouten, der Pferde und der Seerouten, irgendwie fühle ich mich immer so als wäre ich eine Stunde manchmal von einem Punkt zu einem anderen Unterwegs! Ok, ich lasse mich auch von der Jagd nach Rehen und Wölfen ablenken, muss gegnerische Konvois überfallen oder mein eigenes mit meinen gesammelten Rohstoffen verteidigen. Aber die Wege bleiben leider ein Schwachpunkt, PUNKT!

Assassinen im Wasser oder doch Piraten?

Aaaaheyyy Matrosen, legt die Pferde an und ab aufs Schiff! Und nicht so n kleinen Fischkutter, wir nehmen gleich die größten Segelschiffe die wir kriegen. Zum ersten Mal in der Assassins Creed Reihe können wir nicht nur auf Schiffe segeln, sondern diese auch Steuern und Seeschlachten gegen andere Schiffe bestreiten! Dabei müssen wir nicht nur darauf achten, im richtigen Winkel zum feindlichen Schiff zu fahren, sondern sollten beim Feuerbefehl auch die Flugzeit unserer Kanonenkugeln miteinberechnen.Nah genug an einem Kahn können wir den durch einen gezielten Einzelschuss auf das Munitionslager sogar in die Luft jagen – Wer war nochmal Jack Sparrow?!? In zwei Missionen entern wir sogar die gegnerischen Schiffe und schon geht es an Deck ab wie in den besten Piratenfilmen. Ich kann euch die ganzen See-Nebenmissionen nur ans Herz legen, sie sind eine willkommene Abwechslung.

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Ich bin Assassine, ich will kämpfen!

Die Kämpfe… Ja die waren schon immer ein Sorgenkind der Serie, und sind auch diesmal nicht sonderlich anspruchsvoll. Zwar haben wir weniger Zeit für einen Konter, es ist aber nach wie vor recht einfach, selbst zwei Dutzend Gegner – einer nach dem anderen – mit nur einem Streich niederzustrecken.

Gut, es muss mehr als in den Vorgängern darauf geachtet werden mit wem wir es zu tun bekommen. Offiziere etwa blocken Konter gern mal ab oder stoßen uns mit einer schmerzhaften Kopfnuss zurück, und wenn die bulligen Grenadiere ihre Breitaxt schwingen, ist man in dem Moment besser wo anders.

Abgesehen von den Kämpfen fordert Assassin’s Creed 3 aber selbst Serienkennern so manches ab. Vor allem die optionalen Missionsziele, durch die wir die so genannte volle Synchronität mit dem Animus erreichen, haben es in sich. Die kniffligen Siegbedingungen reichen von knüppelharten Zeitlimits über die Vorgabe, nicht entdeckt zu werden, bis hin zu Bossgegnern, die auf bestimmte Art ausgeschaltet werden sollen. Das motiviert enorm, aber auch nur den, der frustresistent ist und sein Gamepad nicht gleich beim ersten gescheiterten Versuch an die gegenüberliegende Wand pfeffert.

Technik

Ui ui ui, manchmal freue ich mich doch am PC zu spielen! Grafisch sind die Unterschiede zwischen PC und Konsole besonders gravierend. Nicht nur dass die höheren Auflösungen und vor allem die Kantenglättung für ein insgesamt besseres Bild sorgen, auch die Beleuchtung sowie die Partikeleffekte sind aufwändiger als auf den Konsolen. Zudem stellt die PC-Fassung Details auch in der Ferne knackscharf dar. Auch die Schatten sehen auf dem PC viel schärfer und detaillierter aus. Die Kehrmedaille: Der Hardware-Hunger von Assassin’s Creed 3 ist vergleichsweise hoch, vor allem in den Städten geraten selbst leistungsstarke Rechner an ihre Grenzen – zumindest, wenn man alle Effekte auf Anschlag stellt. Dafür lädt die PC-Fassung Spielstände oder neue Gebiete schneller als ihr Konsolenbruder, zudem haben die Entwickler die gröbsten Grafik-Bugs behoben.

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Glitsches und fehlerhafte Darstellungen sind leider noch im Spiel und nehmen leider ein wenig der Atmosphäre. Besonders das hektische wechseln zwischen Filmsequenzen und den Spielgeschehen ist etwas, was technisch besser gelöst werden könnte.

Die Steuerung kann ich nur auf einem Gamepad beurteilen, weil ich mir die Tastatur gar nicht erst antue, auch wenn diese um einiges besser ausfallen soll wie die Vorgänger. Connor hat jeden Befehl gut und präzise ausgeführt, nur einige Sprungeinlagen sind für hastige Spieler wie mich schon mal das Ende der Synchronisation gewesen…

Fazit

Wie? Ihr seid immer noch am Lesen? Lauft los und kauft euch das Spiel! Für mich ist Assassins Creed 3 eins DER Spiele des Jahres. Und warum? Weil es einfach kein Ende nimmt und so viel drin steckt! Ein greifbarer Held, den ich durch eine spannende Geschichte begleite. Ein unverbrauchtes Szenario, das mich den Unabhängigkeitskrieg regelrecht miterleben lässt. Und die schiere Masse an Quests, Herausforderungen und Geheimnissen, die mich garantiert noch für Wochen beschäftigen werden. Ich bin Connor, ich bin Assassine und verdammt ich muss eben los und ein paar Templer in den Arsch treten!

 

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